Anja ist keine gute Friseuse

Es fing alles damit an, dass meine Haare mal wieder so lang gewachsen waren, dass selbst mein kraftvolles Haargel kaum noch eine Chance im Kampf gegen meine fiesen Wirbel hatte. Also war morgens schnell der Plan geschmiedet, nach Feierabend zum Friseur im Gesundbrunnen-Center zu fahren.
Aber wie es immer so ist wenn man pünktlich Feierabend machen will, genau dann klappt es natürlich erst recht nicht. Als ich dann beim Friseur ankam hatte er zwar noch auf, konnte mich aber leider nicht mehr dran nehmen, da er inzwischen alleine im Laden war und 2 Kunden noch vor mir da waren.

Da fällte ich dann schon die erste schlechte Entscheidung.
Ich bin zu einem anderen Friseur gegangen, was dann auch direkt einen bescheidenen Haarschnitt zur Folge hatte. An der Seite irgendwie noch recht lang, vorne auch nicht so recht sauber und überhaupt gar nicht so überzeugend.

Dann, wieder zu Hause angekommen, fällte ich meine zweite schlechte Entscheidung.
Ich fragte Anja, ob sie mir nicht an den Seiten meine Haare mit einer elektrischen Haarschneidemaschine etwas kürzen könne.


Kurz den 6mm-Aufsatz auf die Maschine geklippst, ihr gründlich die Funktionsweise dieses Apparates erklärt und kurz in einer kleinen Trockenübung das Handling des Gerätes demonstriert. Und los gings!
Sehr zaghaft und vorsichtig setzte sie die Maschine an. Zu vorsichtig! Kein einziges Härchen rührte sich. Und als ich dann sagte, „Du musst die Maschine schon etwas fester an meinen Kopf drücken und keine Angst, da kann nichts passieren.“, wusste ich noch gar nicht wie falsch ich damit lag. Sie setzte wirklich mit Schwung an, drückte den Haarschneider gegen meinen Kopf, hörte dann aber sofort und abrupt auf, wurde hysterisch, hielt mir die Augen zu und schluchzte nur noch „Ohhh, nein! Sieh nicht hin, nein, nein, nein….Es tut mir sooo leid… Oh mein Gott, du bringst mich um… Ahhhhh!!!!“ .

Völlig ahnungslos was denn da gerade passiert sein mag, konnte ich sie dann nach einer halben Ewigkeit dazu bringen mir zu zeigen was passiert ist. Da ich keine Schmerzen hatte und mir kein Blut oder Gehirnmasse runter lief war ich mir ziemlich sicher, dass das alles bestimmt schon nicht soo schlimm sein kann. Ein Blick in den Spiegel überzeugte mich eines Besseren!

Nach dem absetzen der Haarschneidemschine nach dem ersten Versuch und dem ansetzen der Harrschneidemaschine für den zweiten Versuch, hatte sie es geschafft die Maschine um 180° zu drehen, sodass der Aufsatz nun oben und die schneidende Seite sich an meinen Haaren, bzw. dann direkt an meiner Kopfhaut befand.
Damit hatte ich nun an der rechten Kopfseite,einen ungefähr 5x2cm großen, sehr schicken Belüftungsschlitz für meine Kopfhaut! Auch nicht schlecht!

Naja, aber da so eine gerader Linie eher langweilig aussieht und nicht viel her macht, entschloss ich mich daraus lieber ein schickes Dreieck zu gestalten. Das sieht dann wenigstens ein bisschen nach „gewollt“ und nicht nur nach Unfall aus, dachte ich mir! Zudem hatte ich ja schließlich eine qualifizierte Fachkraft für Frisuren im extremen Kurzhaar-Bereich an meiner Seite!